SchlechtBedient.de
Geschichten aus der Servicewüste

Englische Limetten

Philipp Lenssen schreibt am Montag, 20. Juni 2005:

Beim Einkauf von Eistee am Stuttgarter Bahnhof wurde ich nicht schlecht bedient, es war einfach nur höfliches Unwissen, ausgelöst durch eine gute Portion Werbe-„Denglisch“.

Im Kühlregal hinter der Theke stand ein Eistee. Ich bestellte mir also Eistee „Zitrone“, worauf die Verkäuferin nach kurzer Pause meinte, es gäbe nur Eistee „Limone“, aber das sei so ähnlich. Auf der Packung stand Eistee „Lemon“...

(Etwas tiefergelegen im selben Bahnhof gibt es übrigens eine Bäckerei, die im Schaufenster großbuchstabig für „Snacks & Drinks“ wirbt. Ob man dort Häppchen und Getränke kaufen kann, weiß ich allerdings nicht.)

Die gute Frau hinter der Verkaufstheke ist jedenfalls nicht allein. Wie der Spiegel letztes Jahr berichtete, scheitern ganze 85% bereits an der Übersetzung des Siemens-Werbespruch „Be inspired“.

Kommentare

Tscha – Zeit, endlich mal arbeitsamtgeförderte Fremdsprachenkurse einzufordern! Und vom Arbeitgeber finanzierte Fortbildungsmassnahmen selbigen Inhalts. 4nehmlich Inglish.– mkorsakov (Montag, 20. Juni 2005)

Warum denn das? Es genügte völlig die Liste der Produkte den Angestellten so zu vermitteln, dass diese wissen, was sie anbieten.

Ein Sprachkurs wäre nur dann sinnvoll, wenn ein entsprechendes Publikum in ihrer jeweiligen Landessprache angesprochen werden müsste und dann ist es immer noch die Sache des Arbeitgebers, seine Mitarbeiter zu schulen. Schließlich verspricht sich dieser einen höheren Ertrag. Warum soll er also nicht investieren?– tempa (Montag, 20. Juni 2005)

Na wenigstens die Siemens Mobiltelefone (um das denglische Handy zu vermeiden) werden nicht mehr lange „inspired“ sein; ob allerdings mit „Enjoyment Matters“ wie auf www.benq.de/ zu lesen, die Quote besser werden wird, darf bezweifelt werden– Werner Schrottenbaum (Montag, 20. Juni 2005)

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